Oft werden Zugriffstatistiken unterschätzt, viele Seitenbetreiber sind der Meinung, Statistiken dienten nur dazu, das eigene Ego zu streicheln. Aber Statistiken können mehr.
Sie können helfen, Fehler und Fallstricke auf Websites zu entdecken und zu beseitigen. Eine gute Statistik zeigt Ihnen auch, wo Ihre Homepage Optimierungsbedarf hat und welche Unterseiten Ihrer Internetpräsenz besonders interessant für die Besucher sind.
Und manchmal Sie über eine Statistik auch herausfinden, ob Dateien von Ihnen auf fremden Seiten eingebunden werden.
Einige Beispiele, bei denen eine Statistik helfen kann.
Formular auf der Homepage
Nehmen wir an, Sie bieten auf Ihrer Homepage eine Beratungsleistung. Damit Sie Ihre Kunden so präzise wie möglich beraten können, müssen diese auf Ihrer Website ein gröeres Formular ausfüllen, das Ihnen die wichtigsten Informationen für eine Auskunft liefert. Ihre Website ist schon eine Weile online, aber nur wenige Besucher füllen das Formular aus.
Ein Blick in die Statistik offenbart, dass Sie zwar reichlich Besucher am Tag haben und diese sich auch sehr interessiert auf Ihren Seiten umsehen, dann aber sehr häufig bei dem Formular abbrechen. Die Seite mit dem Formular ist die häufigste Ausstiegsseite.
Dieses Ergebnis sollte Ihnen Anlass zu einer Überarbeitung des Formulars geben. Vielleicht ist es zu kompliziert. Oder zu umfangreich. Denn ein Formular mit 20 Feldern auszufüllen, bedeutet natürlich einen gewissen Zeitaufwand, den nicht jeder Besucher aufbringen mag.
Irrgarten Navigationsleiste mit zig Unterebenen
Oder Sie haben vielleicht eine Homepage, die sehr umfangreich ist. Eine Art Informationsportal vielleicht. Ihre Hauptnavigationsleiste hat vier Unterebenen und jede Unterseite hat noch ein eigenes zusätzliches Untermenü.
Alle Seiten haben Sie fleißig mit aussagekräftigen Inhalten gefüllt und überhaupt viel Zeit und Engagement in die Seite gesteckt.
Die Statistik zeigt jedoch, dass kaum ein Besucher über die Links der zweiten Navigationsebene hinwegklickt, dass also ein sehr großer Teil Ihrer Besucher Ihre viele Arbeit gar nicht zu Gesicht bekommt.
Ein möglicher Grund könnte die stark untergliederte Navigationsstruktur sein. Eine Straffung der Inhalte und Neustrukturierung der Navigation könnte hier helfen.
Erste Ausfahrt Startseite/Homepage
Beim dritten Beispiel schließlich zeigt Ihnen Ihre Zugriffstatistik, dass die meisten Besucher Ihre Website bereits auf der Startseite (=Homepage) wieder verlassen. Hier scheint also grundsätzlich etwas nicht zu stimmen.
Entweder das Design der Seite ist so abenteuerlich, dass die Homepage auf den ersten Blick durchfällt, oder aber die Texte vermitteln dem Besucher “Hier bist Du falsch!” Bei Texten von Laien kann das leicht passieren, wenn der Startseitentext, der Besucher eigentlich kurz und knapp über Ihr Angebot informieren soll, an Marketinghülsen und Allgemeinplätze verschenkt wird. Auch Rechtschreibfehler haben eine starke abschreckende Wirkung, weil sie unprofessionell wirken.
In diesem letzten Fall sollten Sie dringend einen Webdesigner und einen Texter zu Rate ziehen, denn nichts ist tödlicher für ein Geschäft, als wenn sich die Besucher nicht mit dem Angebot beschäftigen und sofort wieder wegklicken.
Sie sehen also, dass es sich nicht nur für das Ego lohnt, hin und wieder einen Blick in die Zugriffsstatistik zu werfen.
Die Statistik des Hosters erfasst Besucher der Homepage ungenau
Die meisten Hosterstatistiken filtern Besuche von Suchmaschinenrobots nicht aus, die Websites in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen besuchen, um Inhalte auszulesen und an die jeweilige Suchmaschinen weiterzugeben.
Da es zahllose Suchmaschinen und noch viel zahllosere Robots gibt und manche Bots Seiten auch mehrmals besuchen, sieht so eine Hosterstatistik dann natürlich recht beeindruckend aus.
Separate Zähler dagegen setzen meist kleine Marker (=Cookie) auf dem Rechner des Besuchers, die an den Betreiber die Meldung macht “Achtung, dieser Rechner war schonmal auf der Seite” oder “Achtung, dieser Rechner wechselt jetzt von der Seite www.test.com/ueber_mich.html zu www.test.com/referenzen.html”. Dieses Vorgehen ist also deutlich präziser.
Nachdem ein solcher Zähler installiert ist, zeigt sich dann oft, dass die von der Hosterstatistik gemeldeten 500 Besucher pro Tag in Wirklichkeit nur 150 sind – eine Erkenntnis, die zwar niederschmetternd, aber näher an der Realität ist als die schmeichelhaften 500 Besucher.
Der bekannteste dürfte Google Analytics sein, aber auch weniger bekannte wie www.4stats.de liefern für kleinere Website aussagekräftige und informative Statistiken.
Von sichtbaren “Zählwerken” auf der Homepage, an denen jeder Besucher sehen kann, wie viele andere Besucher schon vor ihm da waren, würde ich bei Business-Websites immer abraten. Diese vermitteln immer ein wenig das Gefühl von “Guck mal, wie bekannt ich bin!”, was bei einer geschäftlich-kommerziellen Website völlig unangebracht ist.

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